27.07.2015

Junge Frauen sehen sich zukünftig nicht als Chefin

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Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie

Junge Frauen sehen sich zukünftig nicht als Chefin

Nur wenige junge Frauen in Deutschland sehen sich zukünftig in einer Führungsposition. Generell strebt der Nachwuchs nicht mehr so stark nach Chefposten. Dafür legt er Wert auf gesellschaftliches Engagement der Unternehmen.

Das sind die wichtigsten Ergebnisse des „Deloitte Millennial Survey“ 2015. Die Umfrage fasst die Erfahrungen und Erwartungen von 7.806 Millennials zusammen – die nach 1982 Geborenen oder die sogenannte Generation Y.

Kritik am Profitstreben

Frauen wollen seltener Chefin werden. In Deutschland wünschen sich nur 29 Prozent der weiblichen Befragten eine leitende Position. Bei den Männern sind es 46 Prozent. Deutschland nimmt damit im internationalen Vergleich einen der letzten Plätze ein. In den aufstrebenden Märkten in Asien wollen dagegen sogar 65 Prozent eine Führungsposition erreichen. Das ist der weltweit höchste Wert.

Profitstreben wird kritisiert. Eine Mehrheit in Deutschland von 62 Prozent kritisiert das profitgetriebene Wirtschaften von wichtigen Unternehmen. Weltweit sehen das sogar 75 Prozent kritisch. 43 Prozent der Deutschen denken immerhin, dass Unternehmen soziale Themen stärker beeinflussen als die Regierung. Das Verhalten von Firmen bewerten 39 Prozent der Deutschen als ethisches Statement. Führungskräfte sollten ihrer Meinung nach mithelfen, die Gesellschaft zu verbessern.

Ungenutzte Talente

Junge Berufstätige fühlen sich unterschätzt. Nur 22 Prozent der deutschen Befragten denken, dass ihre Fähigkeiten vom Unternehmen genutzt werden. Soft Skills zählen sie zu ihren Stärken. Fachwissen im Verkauf, Marketing oder in der Informationstechnologie halten sie für ausbaufähig. Nur 40 Prozent der Befragten hilft ihre Hochschulbildung bei ihrer beruflichen Tätigkeit.

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