Resilienz – das macht widerstandsfähige Menschen aus!

Tagtäglich jonglieren wir mit den Punkten auf unseren To Do Listen, Erwartungen und eigenen Wünschen und Zielen. Wenn Sie sich dabei nicht selbst verlieren möchten brauchen Sie Widerstandskraft.

Das Konzept muss bis Mitte nächster Woche erstellt sein.
Der Kunde braucht übermorgen die Lieferung.
Die Deadline für das neue Projekt ist schon in vier Tagen.
Jetzt kommt auch noch eine Reklamation rein.
Und in zwei Tagen geht der Kollege in den Urlaub und Sie müssen ihn vertreten.
Aber da bahnt sich doch ein Schnupfen an – jetzt bloß selbst nicht krank werden!

…Na, schrillen bei Ihnen schon die Alarmglocken? Der Puls steigt, Sie werden unruhig und es kommt Stress auf? Diese oder so ähnliche Situationen kennen wir alle!

Jetzt ist unsere Resilienz gefordert!

In diesem Blogartikel erfahren Sie unter anderem, welche die 7 Säulen der Resilienz sind und was Resilienz für den Einzelnen bedeutet.

 

Die Definition von Resilienz

Um nun das Wort Resilienz  besser verstehen zu können, schauen wir uns einmal genauer an, was Resilienz im Grundsatz bedeutet.

Laut Wikipedia lautet die wissenschaftliche Definition:

Resilienz (von lateinisch resilire: zurückspringen, abprallen, nicht anhaften), auch Anpassungsfähigkeit, ist der Prozess, in dem Personen auf Probleme und Veränderungen mit Anpassung ihres Verhaltens reagieren. Dieser Prozess umfasst:

  • Auslöser, die Resilienz erfordern (z.B. Traumata oder belastender Stress),
  • Ressourcen, die Resilienz begünstigen (z.B. Selbstwertgefühl, positive Lebenshaltung, unterstützendes soziales Umfeld) und
  • Konsequenzen (z.B. Veränderungen im Verhalten oder in Einstellungen).

Laut Rutter 1995 lässt sich „Resilienz als „psychische Widerstandsfähigkeit“ bezeichnen und bezieht sich auf das Phänomen, dass manche Personen trotz ausgeprägter Belastungen und Risiken gesund bleiben oder sich vergleichsweise leicht von Störungen erholen, während andere unter vergleichbaren Bedingungen besonders anfällig für Störungen und Krankheiten sind.“

„Resilienzförderung“ zielt darauf ab, die psychische Kraft in belastenden und risikobehafteten Lebenssituationen durch schützende Faktoren zu entwickeln, zu ermutigen und zu stärken.
(vgl. Zander 2009)

 

 

Und „abprallen“ (die Übersetzung vom lateinischen resilire) ist dabei ein schönes Stichwort für eine gute Metapher:

Stellen Sie sich die Resilienz wie einen Fußball vor. Sie können ihn mit voller Wucht gegen ein Hindernis schießen, aber er platzt nicht. Der Fußball ist elastisch, er prallt ab und springt zurück.

→ Resilienz ist also die Fähigkeit, hohe Belastungen – ohne beschädigt zu werden – abzufangen und die Energie in eine neue Richtung zu lenken.

Wichtige Aspekte von Resilienz sind also:

  • Resilienz wird anhand einer belastenden Situation spürbar/messbar.
  • Werden belastende Situationen generell erfolgreich bewältigt, besteht wahrscheinlich eine hoch ausgeprägte Resilienz.
  • Werden sie nicht erfolgreich bewältigt, ist das ein Indiz auf eine schwache, individuelle Ausprägung der Resilienz.
  • Die Ausprägung der Resilienz ist variabel (verhaltens und verhältnisabhängig).
  • Resilienz ist ein dynamischer Anpassungs und Entwicklungsprozess.

Persönlichkeitsentwicklung und Resilienztraining

Resilienz ist demnach nicht angeboren und das wirft die Frage auf:

Glück gehabt oder nur ausreichend geübt?

Die gute Nachricht ist: Resilienz kann man lernen! Jeder kann sich diese Fähigkeit antrainieren oder mit Übungen gezielt stärken.

Speziell dafür haben wir das „Empower Yourself Online Training“ entwickelt. In diesem Stressmanagement Training geben wir Ihnen das Werkzeug an die Hand, damit Sie schwierige Situationen nicht mehr so schnell aus der Bahn werfen. Das Onlinetraining eignet sich für einzelne Personen oder ganze Teams, für Mitarbeiter als auch für Führungskräfte. Gerne passen wir auch unser Coaching im Bereich Persönlichkeitsentwicklung 1:1 auf Sie und Ihre Bedürfnisse an.

Wodurch wird unser Verhalten eigentlich geprägt?

Und können wir unser Verhalten eigentlich wirklich beeinflussen? JA– hier ein Verhaltens-psychologisches Modell:

Bewusstes Denken: 5 %

Vererbte Fähigkeiten: 15 %

Unbewusste Denkprozesse: 80- 85 %
z.B.: Erziehung, Erfahrungen, Prägung durch soziales Umfeld, Verhaltensmuster > Glaubenssätze, Internales Wertesystem

Vererbte Fähigkeiten: 15 %
z.B.: kognitive Anlagen

Resilienz Training

Warum verhalten wir uns so oder so in Krisen?

Das Bild zeigt, dass es in der gleichen Situationen viele alternative Handlungsweisen gibt (wie man sich dem Hai nähert). Einige sind falsch, einige sind richtig.

Resilienz und Persönlichkeitsentwicklung

Erleben wir zum ersten Mal einen Haikontakt als Taucher und niemand hat uns erklärt, was wir tun müssen, sind wir unwissend und es ist eher ein Zufallsprodukt, ob wir uns richtig oder falsch verhalten.

In Krisen ist es ähnlich, ohne eigene Erfahrungen oder erfahrene Ratgeber an der Seite können wir in der Krisenbewältigung richtig oder falsch handeln.

Manchmal verschärfen wir so die Krise oder ein anderes Verhalten trägt zur Lösung bei.

Denken in der Krise

Und das liegt schlicht und ergreifend daran, dass wir Menschen in Krisen zu einem erlernten Denkschema wechseln, welches in vielen Fällen nicht unsere Krise löst. Das Denkschema eines Menschen ist durch angeborene Eigenschaften und die individuelle Sozialisation geprägt. Es baut auf verinnerlichten Glaubenssätzen auf, die ihm unbewusst vermitteln, nur in dieser und keiner anderen Weise sei gedanklich mit der Situation umzugehen (Mentale Stressverstärker).

Aber unser Denken und unser Verhalten kann durch Training verbessert werden. Bei klassischen Tätigkeiten (Sport, Sprachen, PC-Anwendungen) wissen wir das!

Nur wie sieht es im normalen Leben aus? Wie sieht unser Repertoire im Umgang mit Stress, Frustration, Ärger aus?

Es gibt eine Grundeinstellung mit der wir zur Welt kommen. Einige Fähigkeiten sind schon voreingestellt und andere wurden evtl. noch nie benutzt. So wissen wir nicht, wie wir in Krisen reagieren, wenn wir noch nie eine echte Krise meistern mussten. Unsere Resilienzeigenschaften sind unter Umständen noch nie unter Krisenbedingungen getestet worden.

Auswirkungen von Krisensituationen

So oder so, wirken sich Krisen in vielen Fällen aber ganzheitlich auf uns aus.

Gedanken:

Wir haben dann oft Gedanken wie:Das schaffe ich nicht. Das wird nicht gut ausgehen….

Emotionen:

Und das emotionale Stimmungsbild ist wie: Ich habe Angst,  Ich bin wütend….

Körper & Gesundheit:

Und dieses Ausgesetztsein in einer Krisensituation führt, bei negativen Copingverhalten, schnell zu körperlichen Empfindungsstörungen (z.B. psychosomatische Befindlichkeitsstörungen, depressive Verstimmungen) und bei langanhaltenden Zuständen auch zu Folgeerkrankungen wie z.B. Schlafstörungen.

Daher brauchen wir Resilienz!

Die Fähigkeit, wie ein Gummiband bei extremen Belastungen stand zu halten und sich weit zu dehnen. Aber sobald der Druck nachlässt, unbeschadet wieder in seine ursprüngliche Position zurück zu kehren.

Die 7 Säulen der Resilienz

Die folgenden Fähigkeiten bilden zusammen die Resilienzfaktoren oder auch die 7 Säulen der Resilienz. Sie vereinen die wichtigsten Elemente zur Stärkung der inneren Widerstandsfähigkeit und dem souveränen Umgang mit Stress.

Und Sie können die Auflistung auch als ersten kleinen Test ansehen: Je mehr Sie von den nachstehenden Eigenschaften bei sich erkennen, desto resilienter sind Sie.

1. Optimismus
Hier geht es nicht um einen Blick durch die rosarote Brille oder das Schönreden von negativen Ereignissen.
Optimismus ist eine grundlegende Haltung, eine Lebenseinstellung.

Optimisten erwarten positive Ergebnisse und vertrauen dabei auf ihre eigenen Kompetenzen und Fähigkeiten. Resiliente Menschen erwarten grundsätzlich mehr positive als negative Erfahrungen. Sie sehen negative Begebenheiten als zeitliche begrenzte Ereignisse an, aus denen sie sich selbst wieder herausführen können.

2. Akzeptanz
Auch wenn wir gerne alles in der Hand hätte und kontrollieren würden: Es gibt Ereignisse, die wir nicht planen, beeinflussen oder ändern können. Aber auch Gegebenheiten wie diese zu akzeptieren, ist ein wichtiger Resilienzfaktor.

Bei unveränderbaren Situationen können wir immer noch unsere Interpretation und unsere Reaktion beeinflussen. Die Akzeptanz ermöglicht es resilienten Menschen, ein Schicksal leichter zu verarbeiten und schneller einen neuen Weg einzuschlagen.

Mehr Informationen, warum die Akzeptanz gerade auch in Veränderungsprozessen wichtig ist, können Sie in unserem Blogartikel „Haus of Change für Veränderungsprozesse“

3. Lösungsorientierung
In jeder Krise offenbaren sich in der Regel auch Wege, die uns helfen, gestärkter daraus hervorzugehen und etwas aus ihnen zu lernen. Resiliente Menschen gehen grundsätzlich davon aus, dass Probleme gelöst werden können (siehe auch Optimismus!). Sie orientieren sich an Lösungen und versuchen, diese umzusetzen. Die Entwicklung von Lösungen setzt allerdings voraus, dass die Probleme zuvor erkannt und akzeptiert wurden (Punkt 1 und 2).

4. Selbstfürsorge
Statt in Selbstmitleid zu versinken, setzen sich resiliente Menschen aktiv für ihr Glück, ihre Bedürfnisse und ihr Wohlbefinden ein. Denn nur wer auf sich selbst achtet, bleibt in seiner Kraft und kann hohe Belastungen und Stress aushalten. Daher ist es gerade in Krisenzeiten besonders wichtig, gut für sich selbst zu sorgen. Ein „Nein“ zu jemand anderen ist immer auch ein „Ja“ zu sich selbst. Was Selbstfürsorge aber im Detail bedeutet, lässt sich nicht pauschal sagen. So individuell wie die Menschen sind, so individuell sind auch ihre Bedürfnisse.

Was tut Ihnen gut? Was lässt Sie durchatmen, entspannen und zurück in Ihre Kraft kommen?

5. Soziale Netzwerke
Menschen mit hoher Resilienz haben meist ein starkes Netzwerk um sich, das sie in Krisenzeiten unterstützt. Es kann aus Familienmitgliedern, Freunden, Partnern oder anderen Menschen aus dem privaten oder beruflichen Umfeld bestehen. Idealerweise zeichnen sich die Mitglieder des Netzwerks durch unterschiedliche Fähigkeiten aus, sodass das Wissen und die Eigenschaften in Summe breit gefächert sind.

Freundschaften und Netzwerke fördern die Selbstwirksamkeit. Sie vermitteln ein Gefühl von Zugehörigkeit und oft auch von Verbindlichkeit. Sich austauschen zu können, gegenseitig zu zuhören und gemeinsam zu lachen ist wie Balsam für die Seele und gibt uns Kraft.

6. Selbstwirksamkeit
Wie viele Herausforderungen haben Sie beruflich und privat schon gemeistert? Welche Kompetenzen haben Ihnen dabei geholfen? Selbstwirksamkeit bedeutet auf die eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen zu vertrauen und zu wissen, dass Sie damit Krisen bewältigen können. Daraus wächst ein starkes Selbstvertrauen und die Angst vor schwierigen Situationen sinkt. Umso mehr Herausforderungen Sie gemeistert haben, umso bewusster werden Sie sich Ihrer Selbstwirksamkeit.

→ Tipp: Dies können Sie auch trainieren, z.B. wenn Sie im sportlichen Bereich Ihre Komfortzone verlassen und sich immer mal wieder neuen Challenges stellen.

7. Zukunftsorientierung
Zukunftsorientierung beschreibt die Fähigkeit, sich lohnende und bedeutsame Ziele zu setzen und diese dann konsequent zu verfolgen.

Resiliente Menschen warten nicht auf Einladungen oder den Zufall, sie planen aktiv die nächsten Schritte und gestalten die Zukunft mit. Es ist wichtig sich bedeutsame Ziele zu setzen, da sie durch schwierige Phasen tragen und motivieren. Sie geben Orientierung und Ausrichtung, was wichtige Grundbedürfnisse sind.

Haben Sie Ihre Ziele erreicht, gibt Ihnen das wiederum Energie und steigert Ihr Selbstbewusstsein. Es lohnt sich also die Zügel in die Hand zu nehmen!

Und wie schneiden Sie in einem Selbsttest ab? Wie resilient sind Sie bereits oder in welchem Bereich dürfen Sie noch stärker werden?

Sie möchten den Test der DGPG – Deutsche Gesellschaft für Prävention und Gesundheitsförderung machen?

Dann schicken Sie uns gern kurz eine Email an [email protected]

Stichwort: Resilienztest.

Wir lassen Ihnen den Test gern, direkt und kostenfrei und natürlich ohne weitere Bedingungen, per Email zukommen!

 

Fazit

Resilienz ist derzeit – zurecht – in aller Munde. Fordert uns doch sowohl die neue Arbeitswelt mit vielerorts hybriden Arbeitsbedingungen extrem heraus. Als auch die Umwelt mit ihren multiplen Krisen.

Die Arbeitslast erhöht sich ständig, der Stresspegel steigt und  unerwartete Komplikationen und andauernde Veränderungen strapazieren die Geduld ihrer Mitarbeiter:innen.

Es gilt also alles daran zu setzen, dass Führungskräfte sowie auch MitarbeiterInnen im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung eine professionelle Unterstützung an die Hand bekommen. Wir begleiten Sie gerne!

Passende Blogartikel

Dieser Blogartikel könnten Sie auch intressieren: