Aus der Serie: So werden Sie ihre Schuldgefühle los

Die Sorge, es nicht allen Recht machen zu können.“

Sie haben einen freien Tag, können die Auszeit aber nicht genießen? Weil Sie das Gefühl haben, ihre Kollegin muss nun doppelte Arbeit leisten etc. Wir erklären, woher Schuldgefühle kommen können– und wie man sie loswird.

Schuld ist ein zutiefst menschliches Gefühl. Wir zeigen in dieser Blogartikel-Serie, wie Menschen Frieden damit finden und übersteigerte Schuldgefühle loswerden können. Sie haben den ersten Teil verpasst, kein Problem. Lesen Sie hier:

„Schuld und wie wir damit am besten umgehen können.“

 

Es immer aller recht machen wollen: Wie sich Schuldgefühle auf tägliches Tun auswirken können.

 

Kennen Sie das:

In Diskussionen ist es beispielsweise schwer, mit einem Kollegen einen Standpunkt abzugleichen, weil er oder sie unscharf formuliert. Oder es ist schwer einen gemeinsamen Konsens zu finden, da immer Ausflüchte gesucht werden. Irgendwie ist im Gespräch mit dieser Person immer alles möglich und insgesamt ist keine eigene Position hindurch zu spüren: „Nagel mal einen Pudding an die Wand“.

Hier haben Sie als Gegenüber entsprechend Schwierigkeiten zu orten, wer dieser Mensch ist, der da so wenig greifbar argumentiert und agiert. Und da diesem Kollegen dieser Kollegin eine klare Kontur (eigene Grenzen, eigene Meinung etc.) als mögliche Kontaktfläche fehlt, erleben Sie den Kontakt als unangenehm. Dann entstehen bei Ihnen vielleicht Gedanken wie:

„Du rückst nicht wirklich damit heraus, was du denkst oder von mir willst, das ist unfair.“ oder

„Du bist in Diskussionen ein Fähnchen im Wind, darauf kann ich mich nicht verlassen“.

Meist reagieren wir dann also, auf diese Menschen, mit Rückzug.

Woher der Wunsch kommt, es allen recht machen zu wollen:

 

Wenn „Sei-gefällig-Menschen“ beispielsweise gefragt werden, ob Sie Lust haben, in die Kneipe mitzukommen, und nichts im Terminkalender steht, müssen sie „Ja“ sagen. Oder sie sagen „Ja“ und merken erst in der Kneipe, daß sie eigentlich hätten „Nein“ sagen müssen. Auch in beruflichen Rollen zeigt sich die Dynamik oft darin, nicht „Nein“ sagen zu können.

Hier spricht ein hoher moralischer Anspruch, den diese Menschen an sich selbst stellen. Eine Eigenschaft, die ehrenhafte Menschen auszeichnet. Doch häufig erkennen gerade diese Menschen gar nicht, was für nahezu unerfüllbare Standards sie sich damit setzen. Und Sie können das, was sie davon erreichen, nicht genießen.

Wer ständig unerfüllbaren Gesetzen folgt, muss scheitern.

Und schafft sich eine ständig sprudelnde Quelle

für Schuldgefühle.

Solche inneren Gesetze, die zu Schuldgefühlen führen, lauten etwa: „Ich muss machen, was andere fordern“ oder „Mach es allen recht“.

Und dieses Denken und Handeln erstreckt sich auf alle Lebensbereiche: Beruf, Freundschaft, Familie und Gesellschaft.

Aber: Niemand kann es immer allen recht machen, sodass zwangsläufig das Gefühl entstehen muss, permanent Erwartungen zu enttäuschen.

Und daraus wiederum bildet sich mit der Zeit ein Nicht-OK-Gefühl. Dieses Gefühl des „Sei-gefällig-Menschen“ hat damit zu tun, in emotionalen Stresssituationen nicht genau zu wissen, was seine Meinung ist oder was er will. Diese Menschen halten ihre Interessen für unverträglich mit denen anderer. Eigene Ansprüche und Vorstellungen werden verleugnet oder sind nicht präsent. Sie haben zu wenig Konturen, Selbstvertrauen und (Rollen-)Identität ausgebildet.

Und wie wir eingangs gesehen haben, führt das zu wenig greifbaren, wenig „echten“ Handlungen und Dialogen.

Was Selbstvertrauen & Schuld mit Stresssituationen zu tun hat.

 

Betroffene fühlen sich offenbar schuldig, wenn sie an sich denken. Denn wir Menschen sind Herdentiere und haben sozial programmierte Gehirne. So kommen wir zur Welt: Wir wollen Erwartungen entsprechen. Bei Kleinkindern ist das wie ein Reflex.

Erziehung kann das noch verstärken, wenn es von außen den Befehl gibt, dass man nicht Nein sagen darf. Dadurch entsteht für das Kind ein Gefühl der Wertlosigkeit, und es lernt: Was ich will, zählt nicht.

Die Psyche braucht aber neben der Fürsorge für andere auch Selbstfürsorge, also einen gesunden Egoismus. Es gibt die aufopfernden Heiligen, die niemals „Nein!“ sagen. Und es gibt die wahren Egoisten, die nur an sich denken. Der ideale Platz für ein gutes Leben ist in der Mitte.

In unserem Empower Yourself Online Training unterstützen wir die Teilnehmer dieses Nicht -OK-Gefühl in Stresssituationen zu verändern und somit auch besser „Nein!“ sagen zu können.

Empower Yourself Online Training

Passendes Angebot für unsere Firmenkunden

Wir kombinieren Selbstlernphasen mit Live-Online-Trainings (LOT) in der Gruppe und nehmen z.B. Themen in den Focus wie:

  • Selbstmanagement,
  • die eigenen Stressdynamiken kennenlernen
  • und Nein sagen lernen.

Erfahren sie hier mehr über das Konzept, dass sich bei unseren Kunden bereits hervorragend bewährt hat!

Warum unsere Denkmuster unser Handeln bestimmen. Und damit auch Schuldgefühle auslösen.

 

Aber was treibt uns Menschen eigentlich zum Handeln an?
Natürlich unsere Erwartungen, Hoffnungen, äußere Belohnungen. Aber auch innere Faktoren, wie

  • liebgewordene Gewohnheiten,
  • unsere Werte
  • und Bedürfnisse.

Manchmal neigen wir allerdings zu Verhaltensweisen, die wir hinterher als nicht besonders angemessen empfinden. Dahinter stecken häufig unbewusste Verhaltensmuster, verinnerlichte Lebensregeln, innere Antreiber.

Diese arbeiten wie automatische Steuerungen, die unser Denken, Fühlen und Verhalten bestimmen.

Was hilft:

Was gegen Verhaltensmuster hilft, die uns zu Handlungen führen, die wir eigentlich nicht wollen und Schuldgefühle verursachen.

Machen Sie sich Ihre inneren Gesetze bewusst. Viele davon befolgen Sie nämlich ganz automatisch. Schuldgefühle verraten uns immer etwas über solche Gesetze. Denn sie tauchen auf, sobald wir sie brechen.

Deshalb: Schauen Sie genau, woher die inneren Regeln kommen:

  • Suggeriert Ihnen vielleicht jemand, Sie seien nicht gut genug?
  • Fühlen Sie sich ungerecht behandelt?

Wie Sie Schritt für Schritt Schuldgefühle loswerden.

Jeder hat das Recht, zu spüren, was er oder sie selbst will, und das auch mal durchzusetzen. Dabei hilft die Taktik der kleinen Experimente: Sagen Sie in einem Meeting eine kleine Sache, die Sie nicht gut finden. Überlegen Sie sich was passiert, wenn Sie nicht kritisieren?

Radikale Veränderung fällt oft schwer und kann das Umfeld irritieren. Fangen Sie deshalb langsam an, die eigenen Wege zu gehen und das auch im Team anzukündigen: „Heute mache ich das noch, aber morgen nicht mehr.“

Dabei können Sie erklären, wieso etwas gerade nicht geht, ohne die Entscheidung zur Diskussion zu stellen.

Richten Sie sich also bitte nicht immer nach anderen, sondern fragen Sie aktiv nach, ob der oder die andere auch mal eine Aufgabe übernehmen kann.

Aber achten Sie darauf, das sie nicht plötzlich in ein gegenteiliges, extremes Verhalten verfallen. Wenn wir unsere Muster erkennen, verhält es sich oft wie bei einem Pendel: Wenn wir es lange auf einer Seite festgehalten haben und loslassen, schwingt es zunächst in die andere Richtung stark aus, bevor es sich rund um die Mitte einpendeln kann.

Die Veränderung der inneren Gesetze gelingt manchmal einfach. In anderen Fällen kann es aufwendiger sein – besonders dann, wenn diese Quellen für Schuldgefühle sich seit der Kindheit tief ins Gedächtnis eingegraben haben. Dann hilft es, dem jüngeren Ich im Geiste zu sagen, dass man ein Recht auf die eigene Meinung und eigene Wünsche hat und die anderen einem nichts böses wollen.

Packen Sie falsche Einstellungen an und werden Sie lähmende Schuldgefühle los, um ein gesundes Mittelmaß zu finden!

Versuchen Sie, die inneren Regeln loszuwerden und neue moralische Grundsätze zu finden die Ihnen Halt geben. Wir wünschen Ihnen viel Kraft und Erfolg dabei.

Manchmal braucht dieses Umdenken allerdings Hilfe von außen. Gern stehen wir Ihnen zur Seite. Buchen Sie dafür Ihr kostenfreies Beratungsgespräch und wir besprechen, wie Sie Ihre Schuldgefühle loswerden.

Hier können Sie ein unverbindliches Bertungsgespräch buchen.

Passende Blogartikel

Diese Blogartikel könnten Sie auch interessieren: