Aus der Serie: So werden Sie ihre Schuldgefühle los.

Das Problem, wegen dauerhafter Anstrengung nicht abschalten zu können.“

Wenn Sie sich dazu zwingen, mal abzuschalten, können Sie es nicht genießen? Weil Sie das Gefühl haben, ihre Kollegin muss nun doppelte Arbeit leisten etc. Wir erklären, woher Schuldgefühle kommen können– und wie man sie loswird.

Wir erklären im folgenden Blogartikel, was das “Nicht-abschalten-können mit Schuldgefühlen zu tun hat– und wie wir sie loswerden.

Schuld ist ein zutiefst menschliches Gefühl. Deshalb wollen wir Ihnen in dieser Blogartikel-Serie zeigen, das es fünf wesentliche Arten von Schuldgefühlen gibt und wie Menschen Frieden damit finden können.
Sie haben die bereits veröffentlichten Teile verpasst? Kein Problem! Lesen Sie diese hier:

„Schuld und wie wir damit am besten umgehen können.“
„Die Sorge es nicht allen recht machen zu können.“

Nicht abschalten können, immerzu leisten müssen für Erfolg.

Kennen Sie das ständige Gefühl, sich anstrengen zu müssen, weil Sie meinen, sonst keinen Erfolg erzielen zu können?

Wenn ja, dann können wir Ihnen sagen: Sie stehen nicht alleine da. Denn sehr viele Menschen haben Schwierigkeiten, zu genießen und abzuschalten. Vielleicht sehen sie es als Pflicht, produktiv zu sein. Oder sie denken, dass sie nicht das Recht haben, sich mal Ruhe zu gönnen.
Und wenn es um Herausforderungen geht, spüren sie vielleicht immer eher Leistungsdruck anstatt positiver Anstrengung. Es entsteht dann immer so eine Atmosphäre von Anstrengung geparrt mit erheblichen Zweifeln, ob das was sie gerade tun, auch gelingen kann. Wenn dem so ist, dann ist das folgende für Sie bestimmt spannend.

 

Ständige Anstrengung und nicht Abschalten können sich auch körperlich äußern.

Bei professionellen Sprechern z.B. verspannen sich die Muskeln am Hals und im Kehlkopfbereich, sodass die Stimme etwas belegt oder gequält klingt. Das wirkt oft unfrei, so als müsse der Sprechende gegen einen inneren Druck ankämpfen und sich zu jeder Silbe neu zwingen. Interessant ist, dass diese Menschen auch gern in hydraulischen Metaphern von Druck und Gegendruck sprechen.

 

Der Teufelskreis zwischen ständigem Leistungsanspruch und nicht abschalten können.

In der Literatur wird diese Art der „Streng-dich-an-Mensch“ genannt. Er oder Sie glaubt für Erfolg nie abschalten zu dürfen. Und das wirkt auf uns Mitmenschen oft lähmend. Wir als Gegenüber gewinnen dann oft den Eindruck, gegen einen unsichtbaren Widerstand anzukämpfen. Es wird ein Gefühl, eine Ahnung ausgelöst: „Der/die schafft die Aufgabe nicht bzw. kommt nie am Ziel an.“

Doch: Schwere und Anstrengung sind ja eigentlich kein notwendiges Mittel für Leistung und Erfolg. Aber das scheint bei vielen Menschen geradezu ein Eigenleben und einen eigenen Wert zu entwickeln, im Sinne von: Große Anstrengung = Garant für großen Erfolg!

Das Gegenteil ist ja im Grunde richtig. Für Leistung und Erfolg brauchen Körper und Geist Regeneratonsphasen. Für die Außenwirkung ist das Vorgehen des nie ruhenden Menschen also zusätzlich wenig dienlich. Da bei Mitmenschen dann oft kein Zutrauen in die Leistungsfähigkeit oder -bereitschaft des „Streng-dich-an-Menschen“ entsteht.

Leider bleiben auch meist Impulse durch die Kollegen, die Sache zunächst durch Auflockerung oder Ermunterung zu entspannen, oft vergebens. Im Gegenteil, meist geraten die Kollegen durch die dann folgende Reaktion selbst in Anstrengung oder unter Druck. Und das kann wiederum zur Folge haben, das die Kollegen mit Hilfsangeboten oder Ungeduld reagieren, was dann beim „Streng-dich-an-Menschen“ zu noch mehr Anstrengung führt. Ein sogenanter Teufelskreis, bei dem alle Beteiligten eher eine Zusatzbelastung erwarten als eine Erleichterung zu spühren.

Das Schuldgefühl entsteht aus

einer gewohnheitsmäßigen Sorge: „Ich schaffe es nicht“.

 

Wie Menschen, die nicht abschalten können, auf ihr Gegenüber wirken.

„Streng-dich-an-Menschen“ sind erfolgreich darin, ihren KollegInnen den Glauben zu vermitteln, sie wären nur unter Mühen und dann auch nur mit fraglichem Ergebnis leistungsfähig, weil sie Zweifel an der eigenen Leistung haben. Das drohende Nicht-OK-Gefühl wird mit der Idee: „Ich schaffe es, wenn ich mich sehr anstrenge.“ erklärt. Wird das Ziel dann nämlich nicht erreicht, bedeutet das in dieser Logik, dass man sich einfach nur noch nicht genügend angestrengt hat. Mehr hätte mehr gebracht.

„Ich mühe mich, also bin ich“

„Ich darf niemals eine Chance verspielen.“

Und wenn sie ihre Ziele doch bei all der Anstrengung erreicht haben? Dann finden die „Streng-dich-an-Menschen“ die Erklärung hierfür selbstverständlich in der großen Mühe. Ohne die größte Kraftanstrengung wäre das Ergebnis nicht möglich gewesen. Sie schenken dann auch eher der Mühe als der erbrachten Leistung ihre Anerkennug.

Woher das Problem kommt:

Woher das Problem kommt, wegen Anstrengung nicht abschalten zu können

Blicken wir in die persönliche Geschichte dieser Personen, können wir sehr oft Überforderungs- Situationen identifizieren. Wir sehen beispielsweise Kinder, die früh Aufgaben übernehmen mussten, für die sie eigentlich noch zu klein waren, oder um jüngere Geschwister, die Dinge so können wollten, wie ihre älteren Geschwister.

Diese Menschen leben oft den Mythos der Vergeblichkeit. In Anfangsphasen von Projekten können sie sehr aktiv sein, doch nach und nach wird alles zur Mühsal. Sie ackern, solange der Boden noch gefroren ist, kommen aber nicht auf die Idee, auf den Frühling zu warten also reife Früchte zu pflücken.

„Ich muss meine Leistungsgrenze erweitern.“

„Wenn ich nicht geschwitzt habe, kann ich Sport nicht genießen.“

Warum Menschen, die nie abschalten und sich immer anstrengen, das Gegenteil zum Kult machen.

 

Interessanterweise können genau diese „Streng-dich-an-Menschen“ dazu neigen, genau das Gegenteil ihres Handelns zu feiern. Das heißt eine andere Spielart dieser Menschen äußert sich in dem Motto: „Ist doch alles nicht so wichtig“. Sie machen es als Gegenreaktion zum Kult, Leistung nicht zu erbringen und so hoffen sie diesem Nicht-OK Gefühl zu entkommen.

Jetzt klingt das alles recht negativ. Wir wissen aber natürlich auch um die wertvollen Tugenden dieser Personen. Und diese sind ihr Durchhalte- und Beharrungsvermögen. Gerade in Zeiten, in denen alles „easy“ gehen muss, in welchen bei der geringsten Mühe „weitergezappt“ wird, können sie mit einer angemessenen Beharrlichkeit für die wichtigen Dinge sorgen.

In unserem Empower Yourself Online Trainning helfen wir diesen Teilnehmern dabei, sich ihre Ressourcen bewusst zu machen und richtig einzusetzen.

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Damit sie ihre Aufgaben mit Beständigkeit erledigen und den nötigen Sinn für Gründlichkeit und Ausdauer mit einem positiven Gefühl ausleben können.

 

Was hilft

Was gehen dauerhafte Anstrengung und nicht abschalten können hilft.

Manchmal hilft es Menschen mit diesen Schuldgefühlen und einem hohen Pflichtbewusstsein, sie bei ihrer Ehre zu packen. Indem sie z.B. von ihrer Führungskraft verpflichtet werden abzuschalten, damit sie noch besser sein können in dem, was sie tun.

Langfristig ist es aber sinnvoll, diese Glaubenssätze kritisch zu hinterfragen, sonst besteht früher oder später die Gefahr, irgendwann auszubrennen. Niemand kann immer nur produktiv oder ständig für andere da sein.

In großen Unternehmen oder Teams gibt es ja immer jemanden, dem die “ Streng-dich-an-Menschen“ helfen könnten. Um ihre eigenen Ziele zu erreichen und andere unterstützen zu können, muss es aber zunächst ihnen selbst gut gehen. Sie haben nicht nur ein Recht auf Ruhe, sondern auch eine Verantwortung, sich diese zu gönnen – als Freundin, Arbeitnehmer, Chefin oder auch als Elternteil. Das sind wir uns alle schuldig.

Unser Tipp für dauerhafte Überanstrengung und das Problem, nicht abschalten zu können.

Prüfen daher auch Sie bei jedem Arbeitsschritt das Verhältnis von Input zu Output. Lohnt es sich tatsächlich, sich hier extrem anzustrengen? Bemessen Sie ihren Einsatz am Ergebnis, nicht am Auftritt. Das geht am leichtesten, wenn Sie einen Erwartungshorizont festlegen, für sich selbst und im Team.

Und schaffen sie ich einen regelmäßigen Ausgleich zur Arbeit. Ein Ventil, bei welchem die Anstregung im Nichts tun liegt, wie z.B. bei der Meditationspraxis.

Aber achten Sie darauf, das sie nicht plötzlich in ein gegenteiliges extremes Verhalten verfallen. Wenn wir unsere Muster erkennen und beispielsweise merken, dass wir nicht abschalten können nach der Arbeit, verhält es sich oft wie bei einem Pendel: Wenn wir es lange auf einer Seite festgehalten haben und loslassen, schwingt es zunächst in die andere Richtung stark aus, bevor es sich rund um die Mitte einpendeln kann.

Manchmal braucht dieses Umdenken allerdings Hilfe von außen. Gern stehen wir Ihnen zur Seite. Buchen Sie dafür Ihr kostenfreies Beratungsgespräch und wir besprechen, wie Sie Ihre Schuldgefühle loswerden.

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